Sitzungspräsidenten der KG Knorrköpp

1901 bis 1902 - Peter Burgart
1902 bis 1906 - Kaspar Hilgert
1906 bis 1907 - war kein Präsident im Amt
1907 bis 1908 - Peter Laux

Beginnend mit einer Festlichkeitssperre 1908 und den Bedingungen der beiden Weltkriege ist der Nachweis  der Sitzungspräsidenten lückenhaft. Trotzdem gibt es Zeitzeugen, die das Wirken des Vereins bestätigen.

In der Zeit von 1951 bis 1957 wurden die Karnevalsveranstaltungen in den Räumlichkeiten des Vereinslokal Hotel "Weinhaus Patt" unter der Regie der Sänger durchgeführt. Sie stellten auch den Elferrat bezw. den 7ner Rat, sowie den Sitzungspräsidenten.
Leider war nicht mehr nachzuvollziehen wer in dem o.g. Zeitraum Sitzungspräsident war.

1958 bis 1959 - Jupp Biller
1960 bis 1961 - Helmut Biller I
1962 bis 1966 - Hans Maring
1967 bis 1972 - Hans Biller
1972 bis 1972 - Adolf Busch
1973 bis 1973 - Erich Stürmer
1974 bis 1994 - Adolf Busch
1994 bis 2000 - Helmut Biller II
2000 bis 2004 - Karlheinz Scherer
2004 bis 2012 - Alfred Werner
2012 bis 2017 - Jürgen Engels
2017       - Markus Hofmann


Zeremonienmeister

1902 bis 1908 - Georg Laux


1902 bis 1908 - Georg Laux

Vorsitzende des Vereins

 

1901 – 1902 Peter Burghard

1902 – 1906 Kaspar Hilgert

1906 – 1907 stellt sich keiner zur Wahl, Geschäfte wurden vom übrigen Vorstand geführt

1907 - 1908  Peter Laux

Beginnend mit einer Festlichkeitssperre 1908 und den Bedingungen der beiden Weltkriege ist der Nachweis der Vorsitzende und Sitzungspräsidenten lückenhaft. Trotzdem gibt es Zeitzeugen, die das Wirken des Vereins bestätigen.

 1951 – 1956 Toni Weiler

1956 – 1966 Arnold Bausen

1966 – 1993 Adolf Busch

1993 – 2004 Lothar Fischbach 

2004 – 2013 Karlheinz Scherer

2013 – heute Marcus Plume

  1. Statuten der Bälzer Karnevalsgesellschaft Knorrköpp

    1.    Die am 24. Februar 1901 von Bälzer Karnevalisten gegründete Gesellschaft, führt den Namen Knorrköpp.
    2.    Zweck der Gesellschaft ist, den Humor unter den jungen Leuten des Balzes hochzuhalten.
    3.    Religiöse oder politische Sachen dürfen in der Gesellschaft nicht besprochen und verhandelt werden.
    4.    Die Gesellschaft besteht aus aktiven Mitglieder und Ehrenmitglieder. Aktives Mitglied kann jeder unbescholtener Mann werden, der 18. Jahre alt ist.
    5.    Die Angelegenheiten der Gesellschaft werden vom Vorstand aus geleitet. Derselbe hat jedes Jahr den 11. im 11. Rechnung abzulegen.
    6.    Der Vorstand besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, dem Schriftführer, dem Kassenführer und dem Zermonienmeister. Der Präsident ist befugt in dringenden Fällen eine Generalversam(m)lung1 einzuberufen. In jeder Versam(m)lung1 ist bei den Stimmengleichheit, wozu die Stimme des Präsidenten entscheidet.
    7.    Der Vorstand ist berechtigt, über Beträge bis zu 10 Mark zuverfügen, ohne vorherige Einwilligung der Mitglieder.
    8.    Der Vorstand wird alle Jahre, den 11. im 11. gewählt. Die ausscheidenden Mitglieder sind wieder wählbar.
    9.    Die Anmeldungen zur Aufnahme sind beim Vorstand einzureichen. Annahme neuer Mitglieder hat durch Ballotage 2 zugeschehen, wobei Stimmenmehrheit entscheidet.
    10.    Ehrenmitglieder können nur auf Antrag des Vorstandes in einer geheimen Abstimmung ernannt werden.
    11.    Die Aktiven Mitglieder haben Anteil am Vereinsvermögen und persönliches Stimmrecht in allen Versammlungen. Der Anspruch auf das Vereinsvermögen erlöscht mit dem Austritt oder Ausschluß.
    12.    Die Aktiven Mitglieder haben eine Aufnahmegebühr von 1 Mark und Monatsbeiträge von 20 pf zuentrichten. Diejenige, welche nach dem 1.Januar eines jeden Jahren beitreten, haben die Monatsbeiträge, vom 1. Januar des vorhergehenden Jahres nachzuzahlen.
    13.    Die Gesellschaft hält in jeder Seison, vier Damensitzungen und 2 Bälle ab. Der Zeitpunkt wird von der Generalversammlung beschlossen.
    14.    Der Austritt aus der Gesellschaft muß dem Vorstand schriftlich eingereicht werden.
    15.    Alle Vorträge und Lieder müssen dem Vorstand zur Prüfung vorgelegt werden und hat jeder Redner beim Präsidenten um das Wort zubitten. Jedes Mitglied ist verpflichtet den Anordnungen des Vorstandes Folge zuleisten und hat die Verpflichtung den Sitzungen und Versam(m)lungen1 beizuwohnen, anderenfalls eine Strafe von 20 pf zuentrichten.
    16.    Die Generalversam(m)lung1 bleibt als Tagesordnung, den 11. im 11.  
        1. Entgegennahme des Jahresberichtes.
        2. Rechnungsablage des Kassenführers.
    17.    Derjenige, welcher schon Mitglied einer Karnevals-Gesellschaft ist, kann nicht aufgenommen werden, als Aktives Mitglied.
    18.    Die Auflösung der Gesellschaft erfolgt durch eine Generalversam(m)lung1, bei welcher mindestens 3/4  der Aktiven Mitglieder anwesend sein müssen.
    Das Vereinsvermögen wird bei Auflösung der Bopparder Armenverwaltung überwiesen.
        
    Vorstehende Statuten wurden von der Generalversam(m)lung1 am 17. März 1901 anerkannt und unterschrieben.

    Präsident
    Peter Burgard

    Josef Hahn                Schriftführer
    Vizepräsident             Peter Marckel

    Kassierer                Zermonienmeister
    August Perll            Georg Laux

    Genehmigt, Boppard den 21. Februar 1901

    Der Bürgermeister
    Brandts

    Fußnoten :
    1.    Bei der sogenannten "Deutschen Schrift" auch "Sütterlinschrift" wurden doppelte Mitlaute durch einen überliegenden Strich über dem einfachen Buchstaben gekennzeichnet.
    2.    Eine Kugelung oder Ballotage (von frz. ballotte: kleine Kuge  bzw. engl. ballot: Wahlkugel) ist eine geheime Abstimmung mit weißen und schwarzen Kugeln. Sie wird meistens bei einer Kooptation oder Stichwahl verwendet.
           In manchen Sprachen wird dieser Begriff für die Stichwahl im Allgemeinen verwendet. Die Ballotage wurde zuerst im frühen Mittelalter von den Benediktinern zur Abtwahl eingeführt.


Der Bälzer Erzkarnevalist Jupp Biller war nicht nur ein brillianter Büttenredner, er schrieb auch viele Karnevalslieder. Sein bekantestes, „Dee Abstinenzler“ wurde zur Hyme der Bälzer Knorrköpp.

Mit Zustimmung seines Sohnes Helmut hat 1988 der spätere Sitzungspräsident Karlheinz Scherer diesen „Song“ in Noten gefasst. Zusammen mit dem bekannten Arrangeur Manfred Schneider aus Lahnstein entstand eine Fassung für Blasorchester.

Somit wird „Dee Abstinenzler“ rundum bekannt.

Am 24. Februar 1901 wurde der Verein von 17 Nachbarn der Bälzer Nachbarschaft unter dem Namen „Bälzer Karnevalsgesellschaft Knorrköpp“ gegründet. Im Laufe der folgenden Monate wurden vereinseigene Statuten aufgestellt und der Vorstand gewählt. Erster Vorsitzender und Präsident des Vereins war Peter Burgard, Vizepräsident war Josef Hahn. Am 21. November 1901 wurden die Statuten vom damaligen Bürgermeister Brandts mit Siegel und Unterschrift genehmigt.

Sänger und Karnevalisten waren nun ein selbstständiger Verein und konnten gemäß ihrer Satzung „ den Humor unter den jungen Leuten des Balzes hochhalten“. Die Gesellschaft bestand aus aktiven Mitgliedern (Red.: Karnevalisten) und Chormitglieder. Die Mitwirkung im Chor war nur auf Antrag des Vorstandes in einer geheimen Abstimmung möglich. Neue Vereinsmitglieder konnten nur nach Zustimmung durch die Generalversammlung aufgenommen werden. Alle Vorträge und Lieder mussten dem Vorstand zur Prüfung vorgelegt werden und den Anordnungen des Vorstandes war unbedingt Folge zu leisten. Das Vereinsvermögen muss bei Auflösung des Vereins an die Bopparder Verwaltung überwiesen werden.

Montag nach Weihnachten 1901 fand dann bereits die erste „kleine“ Karnevalssitzung statt. Am 6. Januar 1902 folgte dann die erste große Damensitzung mit Tanzkränchen im Restaurant „Zur Traube“. Aufgrund des großen Erfolges musste kurzfristig noch eine zweite Damensitzung sowie zwei Maskenbälle durchgeführt werden. Auf diesen Veranstaltungen traten vermutlich auch die Sänger erstmals auf. In den darauffolgenden Jahren fanden regelmäßig Sitzungen der Karnevalsgesellschaft statt.

Auf der Generalversammlung am 3. Februar 1907 wurde beschlossen, den Vereinsnamen auf den Namen „Bälzer Gesangverein – Einigkeit Knorrköpp“ zu erweitern, um Sänger und Karnevalisten hervorzuheben.

Aufgrund einer Festlichkeitssperre, die im Jahre 1908 angeordnet wurde, beschloss man auf der Generalversammlung vom 10. Mai 1908, den verein nicht aufzulösen, sondern das Vereinsleben ruhen zu lassen, bis eben diese Sperre wieder aufgeheben wurde. Zu dieser Zeit war es nicht erlaubt, für Veranstaltungen Eintrittsgelder zu erheben und ohne Einnahmen war die Finanzierung der Vereinsaktivitäten nicht mehr gegeben. Die damaligen Mitglieder sahen sich gezwungen, mit ihrer Tätigkeit zu pausieren.

Schon Anfang des Jahres 1909 konnten Sänger und Karnevalisten ihr Vereinsleben in vollen Umfang weiterführen. Selbst die Kriegs- und Nachkriegszeiten der beiden Weltkriege konnten die Tätigkeiten des „Bälzer Gesangverein- Einigkeit Knorrköpp“ nicht zum Erliegen bringen. Sicher ist auch, dass der Chor seit seiner Gründung stets bei der Kirmes der Bälzer Nachbarschaft mitgewirkt und ein Konzert gegeben hat. Die bestätigen die Protokollbücher der Bälzer Nachbarschaft sowie Zeitzeugen. Die Vereintätigkeit beschränkte sich allerdings in den langen Jahren wohl nur auf diesen einen jährlichen Auftritt., obwohl sich die damaligen aktiven Mitglieder weiterhin zur Gesangsprobe oder zum gemütlichen Beisammensein trafen, solange es die politischen Verhältnisse zuließen.

So fanden sich Anfang des Jahres 1951 wieder genügend Sänger und Karnevalisten bereit, diesmal unter dem Namen „Sangesgilde – Bälzer Einigkeit“ den Verein lt. Statuten von 1901 weiterzuführen. Die musikalische Leitung übernahm der Orgelbauer Christian Gerhardt jr. Große Schwierigkeiten bereitete damals die Notenbeschaffung. Der Taktstock des Gründungsdirigenten wurde wieder gefunden und ging nun aus Tradition in den Besitz des jetzigen Chores über. Zwei Personen dieser Neugründungsmitglieder sind heute im Jubiläumsjahr 2011 noch Mitglieder unseres Vereins. Dies sind die aktiven Sänger Hans Biller und Jakob Stahl. Das inaktive Mitglied Willi Breitbach verstarb leider zu Beginn dieses Jahres.

Am Sonntag vor Fastnacht 1952 wurde von allen Mitgliedern bereits ein gemütlicher Kappenabend mit Familienangehörigen veranstaltet. Im Laufe der Jahre wurde das gesellige Beisammensein der Sänger und Karnevalisten immer weiter gefördert sowie echtes Heimatbrauchtum gepflegt. Das Herz für die Bälzer schlug und schlägt auch heute noch bei der Familie Biller, die seit Jahrzehnten aktiv im Verein mitwirkt. Jupp Biller hat Anfang der 60er Jahre das zur Bälzer Hymne gewordene Lied „Dee Abstinenzler“ komponiert. Große Verdienste erwarb sich der langjährige Vorsitzende und Sitzungspräsident Adolf Busch, der von 1966 bis 1994 die Fäden in der Vereinsarbeit zog.

Das stete Anwachsen der Mitgliederzahl aus alle Teilen der Stadt und darüber hinaus, sei es aktiv oder inaktiv, sowie die steigende Verpflichtung, rheinische Kultur und Karneval zu pflegen, veranlassten die Mitglieder auf der Generalversammlung vom 16. Oktober 1976 zu beantragen, dass der Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht eingetragen wird und den Namen „Bälzer Sangesgilde KG Knorrköpp e.V.“ führt. Die Eintragung ins Vereinsregister und die darauf folgende Mitgliedschaft im Deutschen Sängerbund bzw. Sängerbund Rheinland-Pfalz führte zu neuen Anstrengungen, die von den Sängern mit Bravour gemeistert wurde. Auch die 1982 angestrebte Mitgliedschaft der Karnevalisten im RKK ( Regionalverband Karnevalistischer Korporationen) war Ansporn für alle , ihr Bestes zu geben. Die Karnevalssitzungen waren und sind sehr beliebt und alle Aktiven sind bestrebt, den bodenständigen, traditionellen Humor der Bälzer fortzuführen. Absoluter Höhepunkt war die Inthronisierung des ersten Bälzer Prinzenpaares im karnevalistischen Jubiläumsjahr 1999/2000 . Seit 9 x 11 Jahren war es den Bälzer Knorrköpp möglich, erstmals in der Vereinsgeschichte mit Prinz Dieter II. vom Kanalrattespass (Dieter Monsieur) und seiner Prinzessin Elke I.  von den Disharmonikas (Elke Monsieur) die närrische Regentschaft für die Stadt Boppard und ihre Stadtteile zu übernehmen. Auch diese schwere Aufgabe wurde vom Prinzenpaar und seinem Hofstaat mit Bravour gemeistert.

Im Jahre 1989 wurde auf Initiative einiger Frauen und des Dirigenten des Männerchores Karl-Josef Simonis ein Frauenchor gegründet. Der Frauenchor trägt seit dem den Namen „Frauenchor der Bälzer Sangesgilde Boppard“  Aufgrund des großen Interesses vergrößerte sich der Chor rasch und zählte im Jubiläumsjahr 2001 insgesamt 55 aktive Sängerinnen, wobei sich die Anzahl im Jubiläumsjahr 2011 bei 45 aktiven Sängerinnen einpendelt. Der Chor steht seit 1996 unter der Leitung von Frau Olga Matushina. Der Frauen- und der Männerchor stellen durch eine Vielzahl von Veranstaltungen, eigenen Konzerten, Singen für ältere Mitbürger in Altenheimen und Krankenhäusern, Mitgestaltung der Pfingstmesse usw. ihr Können immer wieder unter Beweis. Eine der vielen wichtigen Aufgaben der Chöre ist auch die Erhaltung der freundschaftlichen Beziehungen mit den Chören der Partnerstädte Boppards in Keszthely/Ungarn, Ome/Japan und Truro/England.

Da 100 Jahre Singetätigkeit durch das Protokollbuch sowie Zeitzeugen nachgewiesen werden können, wurde dem Verein vom Deutschen Sängerbund im Mai 2001 die „Zelterplakette“ überreicht. Dies ist eine hohe Auszeichnung für alle Sängerinnen und Sänger.

Durch Stetigkeit, Harmonie und ihre Leistungen ist die „Bälzer Sangesgilde KG Knorrköpp e.V.“ weit über Stadt und Landesgrenzen hinaus bekannt.